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Die Geschichte des Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)

 

Bis zum Jahr 1922 galt der Diabetes mellitus als sofortiges Todesurteil. Seitdem wurde die Behandlung von Diabetikern ständig weiterentwickelt, so dass Patienten mit Diabetes mellitus heute ein beinahe normales Leben führen können. Doch bis dahin war ein weiter Weg zu beschreiten und viele Entdeckungen und Forschungen zu machen.

 

Bereits im 15. Jahrhundert vor Christus wurden die Symptome der Zuckerkrankheit von Ärzten in Ägypten und Griechenland niedergeschrieben. Im 6. Jahrhundert vor Christus sprachen indische Ärzte von zwei verschiedenen Diabetes-Arten, dem „dicken“ und dem „mageren“ Diabetes. Doch woher kommt eigentlich der Begriff „Diabetes mellitus“?

 

„Diabetes“ leitet sich vom griechischen Wort „diabainein“ ab. Dieser Begriff beschrieb einen Weinheber, durch den der Wein floss. Da bei einem Diabetes der Harndrang des Patienten stark erhöht ist und die Flüssigkeit durch den Körper des Patienten regelrecht „durchfließt“, eine treffende Beschreibung. Auch „mellitus“ hat einen griechischen Ursprung. „Melitos“ bedeutet „honigsüß“. Erst später wurde die lateinische Schreibweise „mellitus“ eingeführt.

 

Die erste exakte und ausführliche Beschreibung des Diabetes und dessen Krankheitsverlauf ist in den Schriften des Aretaios von Kappadokien (100 n. Chr.) nachzulesen. Aretaios vermutete, dass sich der Diabetes vom Magen her ausbreitete. Der zur gleichen Zeit lebende Galen vermutete dabei jedoch eine Nierenerkrankung.

 

Paracelsus war im 16. Jahrhundert der erste, der bei Diabetes eine Stoffwechselkrankheit annahm. Er beschrieb ein Salz, das sich in den Nieren ablagere. Der englische Arzt Thomas Willis stellte im 17. Jahrhundert den honigsüßen Geschmacks des Urins der Diabetiker fest. Außerdem wies er bereits daraufhin hin, dass Diabetes zumeist in Familien vorkam, die einen hohen Lebensstandard hatten. Auch Willis vermutete in den Ablagerungen im Harn ein Gemisch aus Salz und Schwefel.

 

Adolf Kussmaul beschrieb Ende des 19. Jahrhunderts das diabetische Koma mit Bewusstlosigkeit, Apathie und tiefer Atmung. Nach seiner Entdeckung der tiefen Atmung spricht man noch heute von der „Kussmaulschen Atmung“. Etwa zur gleichen Zeit beschrieben verschiedene Ärzte den Apfel-Geruch des Atems komatöser Diabetes-Patienten. Der Apfelgeruch stammt daher, dass bei einer schweren Zuckererkrankung Energie aus dem Körperfett gewonnen werden muss. Dabei entsteht Aceton, was wiederum den apfel-ähnlichen Geruch hervorruft.

 

1889 entdeckten Oskar Minkowski und Josef von Mering den Zusammenhang zwischen der Bauchspeicheldrüse und dem Diabetes. Sie entfernten Hunden die Bauchspeicheldrüse und stellten danach bei diesen Hunden diabetische Symptome wie die Ausscheidung von Glukose im Harn fest.

 

Paul Langerhans entdeckte die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse, die später auch nach ihm benannt wurden. Langerhans konnte allerdings deren Bedeutung nicht erkennen.

 

Im Jahr 1921 gewinnen Frederic Grant Banting und Charles Herbert Best erstmals aus einer Bauchspeicheldrüse eine Lösung, die den Blutzuckerspiegel senkt. Diese Lösung nennen sie zunächst „Isletin“, erst später übernehmen sie den durch Jean de Meyer kreierten Begriff „Insulin“.

 

Am 11. Januar 1922 behandeln sie erstmal erfolgreich einen Menschen mit einem Extrakt aus einer Rinderbauchspeicheldrüse. Für die Entdeckung des Insulins erhalten Banting und Best 1923 den Nobelpreis.

 

Die Firma Eli Lilly beginnt 1922 mit der industriellen Herstellung von Insulin aus Rinderbauchspeicheldrüsen. Bereits 1923 folgen die Unternehmen Bayer und Höchst mit eigenen Produktionen.

 

1955 beschreiben Hans Franke und J. Fuchs eine Blutzuckersenkung durch dieEinnahme bestimmter Sulfonamidverbindungen. Fuchs entdeckt bei einem Selbstversuch die blutzuckersenkende Wirkung dieser Tabletten. Die von Fuchs verwendeten Substanzen werden in optimierter Form noch heute zur Behandlung nicht insulinabhängiger Diabetes-Patienten benutzt.

 

In den vergangenen Jahren wurden unzählige Forschungen betrieben, um ein Heilmittel gegen den Diabetes zu entdecken. Bis heute ist Diabetes allerdings eine unheilbare Krankheit geblieben. Das Leben eines Diabetes-Patienten wird durch neue Entwicklungen mehr und mehr vereinfacht und die Diagnose „Diabetes mellitus“ bedeutet heute kein sofortiges Todesurteil mehr. Doch auch heute forschen unzählige Unternehmen nach Heilmitteln, die Diabetes-Patienten ein völlig normales Leben ermöglichen sollen.

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