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Die Folgeerkrankungen des Diabetes

 

Dass der Diabetes Folgeschäden nach sich zieht, wurde erst mit der Möglichkeit der Behandlung des Diabetes entdeckt. Zuvor war der Diabetes selbst als Todesursache bekannt. Inzwischen kann ein Diabetiker jedoch vor diesem Schicksal bewahrt werden. Mit der Steigerung der Lebenserwartung der Diabetes-Patienten aber wurden immer mehr Erfahrungen mit Folgeerkrankungen gemacht.

 

Die Ursachen der diabetischen Folgeschäden sind bis heute noch nicht geklärt. Eindeutig festzustellen ist allerdings, dass die Folgeerkrankungen dann eingedämmt werden können, wenn der Patient so gut wie irgend möglich eingestellt ist. Je mehr sein Blutzuckerspiegel dem eines Nicht-Diabetikers gleicht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an einer der Folgeerkrankungen zu erkranken.

 

 Diabetische Augenleiden

 

Die häufigste Ursache für Erblindungen in Deutschland ist Diabetes. Dabei gilt: Je besser die Einstellung des Blutzuckerspiegels des Diabetikers, desto unwahrscheinlicher ist die Erblindung als Folge des Diabetes.

 

Bei vielen Diabetikern ist es bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Diabetes zu einer Veschlechterung der Sehfähigkeit gekommen. Denn diese  Entwicklung verläuft über Monate oder Jahre, ohne dass der Patient etwas davon bemerkt. Ein gut geschulter und sorgfältiger Augenarzt kann allerdings frühzeitig ein solches Augenleiden entdecken. Deshalb sollte jeder mit Diagnose Diabetes mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt.

 

In besonderer Gefahr ist beim Diabetiker die Netzhaut, die für das Sehen hauptverantwortlich ist: In der Netzhaut mündet der Sehnerv, sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung von optischen Reizen in Sinnesreize. Die Netzhaut wird durch unzählige kleinste Blutgefäße mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Ist der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum erhöht, verzuckern die Eiweißstoffe in diesen Blutgefäßen. Die Blutgefäße quellen auf, dadurch wird ihre Haut durchlässig für Stoffe, die eigentlich nicht aus dem Blutgefäß entweichen sollten: Rote Blutkörperchen, Flüssigkeit, Eiweißstoffe und andere Blutbestandteile. Leidet ein Diabetes-Patient an Bluthochdruck, wird dieser Vorgang noch beschleunigt.

 

Zunächst sind die Veränderungen nur auf der Netzhaut zu sehen. Bei einem Fortschreiten des oben beschriebenen Prozesses bilden sich neue Blutgefäße, um die Versorgung der Netzhaut wieder herzustellen. Diese neuen Blutgefäße bilden in alle Richtungen neue Verzweigungen, so auch in den Glaskörper des Auges. Der Glaskörper verdickt sich an seiner Hinterwand und beginnt zu schrumpfen. Die Blutgefäße können einreißen und in den Glaskörper einbluten. Die Netzhaut kann sich ablösen. Die Schäden können mit der Dauer zu einer vollständigen Erblindung führen.

 

Der diabetische Fuß

Der diabetische Fuß ist die einzige Folgeerkrankung des Diabetes, die der Patient selbst erkennen kann.

 

Bei einem diabetischen Fuß spielen zumeist zwei Folgeerkrankungen des Diabetes eine entscheidende Rolle: zum einen ist die Nervenfunktion gestört, zum anderen ist die Durchblutung verschlechtert. Diese beiden können bereits alleine den diabetischen Fuß verursachen, in den meisten Fällen treten sie jedoch gemeinsam auf.

 

Die Füße eines Diabetikers müssen regelmäßig untersucht werden, idealerweise kontrolliert der Patient selbst seine Füße täglich. So können Verletzungen rasch erkannt und behandelt werden. Werden Verletzungen lange Zeit nicht bemerkt, verschlimmern und entzünden sich diese, so dass sogar die Knochen und tiefere Bereiche erfasst werden können. Gewebe kann dann absterben und die Folgen sind Amputationen von Zehen oder großen Fußteilen. Diese Schäden sind bei einer guten Blutzuckereinstellung und regelmäßiger Fußkontrolle allerdings vermeidbar.

 

Durch die Störung der Nervenfunktion sind die langen Nerven, die die Sensibilität der Haut an den Füßen vermitteln, so gestört, dass der Patient das Gefühl ständig kalter Füße hat. Berührungen können nicht mehr richtig empfunden werden, der Patient leidet unter Schmerzunempfindlichkeit, es gibt ein unangenehmes bis schmerzhaftes Kribbeln im Fuß und gelegentlich leidet der Patient unter stechenden Schmerzen in der Fußsohle bis in die Waden oder an brennenden Schmerzen im Fuß.

 

Durch falsches bzw. schlecht angepasstes Schuhwerk können Druckstellen am Fuß entstehen, die der Diabetiker durch seine Schmerzunempfindlichkeit nicht spürt. Werden solche Druckstellen nicht frühzeitig erkannt und behandelt, entsteht eine dicke Schwiele. Ohne Behandlung dieser Schwiele wird daraus bald ein offenes Geschwür, das sich schnell entzünden kann. Durch die Entzündung lagert sich Flüssigkeit in das Gewebe ab, es bildet sich ein Ödem. Dieses Ödem verhindert wiederum eine gute Durchblutung. Es kann sogar zu einer totalen Schließung der Arterien kommen. Sauerstoffreiches Blut kann dann nicht mehr z. B. zu den Zehen gelangen und das Gewebe stirbt ab. Die Folge: Amputation des betroffenen Bereichs.

 

Die Schmerzunempfindlichkeit durch die Störung der Nervenfunktion ist das Hauptproblem. Der Patient kann die dramatische Lage um seinen Fuß nicht richtig einschätzen. Deshalb ist es wichtig, dass der Diabetologe deutlich auf die Gefahren bei Verletzungen im Fußbereich hinweist.

 

 

 Diabetische Nierenerkrankungen

Diabetische Augenleiden und diabetische Nierenerkrankungen stehen in einem engen Zusammenhang, da beide Erkrankungen Folge der Verzuckerung des Eiweißes sind.

 

Die Nieren sind ein Ausscheidungsorgan, das das Blut reinigt und filtert. Die Niere filtert so, dass Stoffe wie Wasser und Eiweiß, die wichtig für den Körper sind, zurückgehalten werden, während Stoffe wie Salz, Harnsäure oder Harnstoff, die dem Körper schaden, ausgeschieden werden. Bei der diabetischen Nierenerkrankung kommt es im Anfangsstadium zur Ausscheidung von Eiweiß im Urin, da die Nieren ihre Filterfunktion nicht mehr korrekt ausüben. Die Nierenkörperchen, aus denen die Nieren hauptsächlich bestehen, sind für die Blutfilterung verantwortlich. Ist der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum erhöht, verzuckern Eiweißstoffe im Körper, auch in den Blutgefäßen der Nierenkörperchen. Sie werden durchlässiger und somit ist die Filterfunktion gestört.

 

Mit der Zeit veröden die Nierenkörperchen und eine Filterfunktion ist überhaupt nicht mehr möglich. Die Folge ist nach einiger Zeit ein komplettes Nierenversagen, es wird eine künstliche Blutwäsche nötig. Das Blut muss außerhalb des Körpers maschinell gereinigt werden.

 

Je länger der Blutzuckerspiegel erhöht ist, desto rascher schreitet die Entwicklung der diabetischen Nierenerkrankung voran. Wird die Funktionsstörung der Nieren frühzeitig festgestellt und die Blutzuckerwerte normalisiert, so kann die Krankheitsentwicklung jahrelang hinausgezögert oder gar ganz gestoppt werden.

 

Diabetische Nervenerkrankungen

Fast 50% der Diabetiker leiden nach 10 bis 15 Jahren mit Diabetes an diabetischen Nervenerkrankungen. Diese Nervenerkrankungen können sich dann auf den gesamten Körper erstrecken. Die Nerven können bei Diabetikern vor allem durch zwei Gründe geschädigt werden:

 

Zum einen durch Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen, wie bei den diabetischen Augen- und den diabetischen Nierenerkrankungen beschrieben. Die Nerven werden schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und zeigen Mangelerscheinungen, indem sie nicht mehr korrekt arbeiten.

 

Zum anderen weil Nervenzellen die Glukose aus dem Blut insulinunabhängig verarbeiten können. Ist der Blutzuckerspiegel nun erhöht, werden die Nervenzellen mit einem Überangebot an Glukose versorgt. Der Stoffwechsel in den Zellen wird gestört und die Reizleitung der Nervenzellen lässt nach.

 

Eine Schädigung der Nervenzellen macht sich auf zwei verschiedenen Wegen bemerkbar. Entweder spürt der Patient alles verstärkt. Dann kann schon die Bettdecke auf den Beinen in der Nacht wie ein tonnenschweres Gewicht empfunden werden oder der Patient hat das Gefühl, eine eigentlich normal sitzende Socke schnüre ihm den Fuß ab. Kommt der Körper zur Ruhe, verstärken sich solche Empfindungen.

 

Die zweite Möglichkeit bei einer Nervenschädigung ist, dass der Patient nur noch sehr wenig oder gar nichts spürt. Es kann zu einem permanenten Taubheitsgefühl in Armen und/oder Beinen kommen, Schmerzen werden kaum oder gar nicht wahrgenommen. Diese Form der Nervenschädigung bringt viele Probleme mit sich, da Anzeichen für Verletzungen oder Erkrankungen nicht wahrgenommen werden können. Da auch die Temperatur nicht wahrgenommen werden kann, kommt es häufig zu Verbrennungen oder Erfrierungen.

 

Die Störungen können sich aber auch in den inneren Organen niederschlagen.

 

- Ist die Magenbewegung beeinträchtigt, so kommt es zu Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl und manchmal zu morgendlichem Brechreiz. Durch eine veränderte Magenentleerung kann eine aufgenommene Mahlzeit stundenlang im Magen verbleiben, bevor die Verdauung richtig einsetzt. Dann ist die Regulierung des Blutzuckerspiegels massiv erschwert.

 

- Ebenfalls erschwert wird die Regulierung des Blutzuckerspiegels durch Beeinträchtigungen des Nervensystems im Darm, da es hier zu oft wochen- oder monatelangen Durchfällen kommen kann.

 

- Bei einer Schädigung des Nervensystems am Herzen kommt es oft zu starken und völlig widernatürlichen Blutdruckschwankungen. So ist dann im Liegen der Blutdruck extrem hoch, beim Aufstehen kann er jedoch so weit absacken, dass es zur Bewusstlosigkeit kommt. Außerdem kann der Herzschlag entweder viel zu schnell oder viel zu langsam sein.

 

- Bei einer Schädigung der Reizleitung zur Blase kommt es nur noch zu einer unvollständigen Entleerung der Blase, so können sich Bakterien einnisten und eine Blasenentzündung hervorrufen. Oder es wird gar nicht wahrgenommen, dass die Blase gefüllt ist und der Patient nässt sich ein, ohne es zu bemerken.

 

- Bei Schädigung von Nerven im Unterleib kann es bei Männern zu Erektionsstörungen oder gar zur Impotenz kommen, bei Frauen kommt es dann häufig vor, dass sie den Sex als nicht mehr lustvoll empfinden.

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